Von den Herausforderungen des Völkerrechts in Kriegszeiten über die Neuordnung globaler Entwicklungs- und Sicherheitsstrukturen bis zur gesellschaftlichen Resonanz von Massengewalt: Die Bayerische Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung (FoKS) unterstützt drei neue Forschungsinitiativen ihrer Fellows mit einer Anschubfinanzierung.
Mit der Anschubfinanzierung stärkt FoKS gezielt die universitätsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Allianz und unterstützt Fellows dabei, aus gemeinsamen Forschungsideen weiterführende Projekte zu entwickeln. Die nun bewilligten Vorhaben nutzen die Förderung insbesondere für gemeinsame Workshops, die Vernetzung über Universitäts- und Disziplingrenzen hinweg sowie die Entwicklung längerfristiger Forschungskooperationen.
Völkerrecht in Zeiten von Krisen und Kriegen
Das von Julia Eichenberg (Universität Bayreuth) und Cindy Wittke-Hohlfeld (Universität Regensburg) aus Cluster 2 „Internationales Recht und Menschenrechte“ initiierte Projekt „The Shock of War. Die Herausforderungen des Völkerrechts in Zeiten von Krisen und Kriegen – Wie kann die Wissenschaft darauf reagieren?“ bringt Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Krisen und Kriege das Völkerrecht und den wissenschaftlichen Umgang mit ihm verändern. Ein gemeinsamer Workshop soll den interdisziplinären Austausch über unterschiedliche Perspektiven und methodische Zugänge ermöglichen und zugleich die Grundlage für eine längerfristige Zusammenarbeit schaffen.
Neuordnung globaler Entwicklungs- und Sicherheitsstrukturen
Mit Veränderungen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und ihren sicherheitspolitischen Implikationen beschäftigt sich das Projekt „Neuordnung der Global Development Governance: Machtverschiebungen, Normenwandel und Sicherheitsimplikationen“ von Anja Menzel (Universität Bamberg) und Philipp Gieg (Universität Würzburg) aus Cluster 4 „Wirtschaft, Klima & Technik“.
Im Mittelpunkt stehen grundlegende Veränderungen der Global Development Governance, geopolitische Machtverschiebungen und der Wandel internationaler Normen sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf Frieden und Sicherheit. In einem gemeinsamen Workshop sollen Forschende aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten zusammengebracht, neue Perspektiven miteinander verknüpft und Grundlagen für eine weiterführende Forschungskooperation geschaffen werden.
Wie verbreiten sich Rechtfertigungen von Massengewalt?
Das dritte geförderte Projekt „The Resonance of Mass Violence: How Justifications Spread Across Societies (RoMVi)“ wird von Timothy Williams (Universität der Bundeswehr München) und Juliane Prade-Weiss (LMU München) aus Cluster 3 „Kultur, Religion, Demokratie und Ethik“ entwickelt.
Das interdisziplinäre Vorhaben untersucht, wie Rechtfertigungen von Massengewalt entstehen, gesellschaftliche Resonanz erzeugen und sich über verschiedene gesellschaftliche Kontexte hinweg verbreiten. Die Anschubfinanzierung ermöglicht es den beteiligten Forschenden, ihre unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zusammenzuführen und das gemeinsame Forschungsvorhaben weiterzuentwickeln.
Von der Vernetzung zum gemeinsamen Forschungsprojekt
Die drei Projekte zeigen exemplarisch, welche Funktion FoKS als bayernweites Forschungsnetzwerk übernimmt: Fellows aus unterschiedlichen Universitäten, Disziplinen und Forschungskontexten entwickeln gemeinsame Fragestellungen und überführen diese in neue Forschungskooperationen.
Mit der Anschubfinanzierung schafft FoKS gezielt Freiräume in einer frühen Projektphase. Aus der Vernetzung innerhalb der Allianz sollen neue universitätsübergreifende und interdisziplinäre Forschungsprojekte entstehen und die gemeinsame Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung in Bayern nachhaltig gestärkt werden.