Turnusgemäßer Wechsel an der Spitze des Wissenschaftlichen Leitungsgremiums: Prof. Dr. Marco Bünte von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) übernimmt die Sprecherschaft der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung (FoKS). Er folgt auf Prof. Dr. Monika Heupel von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die die Allianz seit Oktober 2025 als Sprecherin begleitet und wichtige Impulse für ihre Weiterentwicklung gesetzt hat.
Mit dem turnusgemäßen Wechsel der Sprecherschaft setzt die FoKS-Allianz ihre institutionelle Weiterentwicklung fort. Das Wissenschaftliche Leitungsgremium hat Prof. Dr. Marco Bünte einstimmig als neuen Sprecher vorgeschlagen. Anschließend wurde er vom Präsidium der FoKS-Allianz zum neuen Sprecher gewählt. Bünte vertritt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Wissenschaftlichen Leitungsgremium und bringt seine langjährige Expertise zu politischen Transformationsprozessen, Herrschaftsordnungen und Sicherheitsdynamiken im asiatisch-pazifischen Raum in die Arbeit der Allianz ein.Der neue Sprecher: Prof. Dr. Marco Bünte und seine Forschungsschwerpunkte
Prof. Dr. Marco Bünte ist Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außereuropäische Regionen/Asien an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Forschung konzentriert sich insbesondere auf die politischen Entwicklungen Südostasiens. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Demokratisierung und autoritären Herrschaft, der Menschenrechtsentwicklung und Regierungsführung sowie der Rolle staatlicher Institutionen und zivilgesellschaftlicher Akteure. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Populismus, Identitätspolitik und politischen Gewaltphänomenen wie Terrorismus sowie den internationalen und regionalen Beziehungen Ost- und Südostasiens.
Mit dieser Expertise erweitert Bünte die internationale und vergleichende Perspektive der FoKS-Allianz. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen, zunehmender Großmachtrivalitäten und grundlegender Veränderungen der internationalen Sicherheitsordnung gewinnen die politischen und sicherheitspolitischen Entwicklungen im asiatisch-pazifischen Raum auch für die europäische und deutsche Außen- und Sicherheitspolitik an Bedeutung.
Als neuer Sprecher wird Bünte die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Allianz begleiten und dazu beitragen, die Vernetzung der bayerischen Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung sowie den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft weiter zu stärken.
Sprecherin von 10/2025 bis 10/2026
Ein Jahr wichtiger Entwicklungen unter Monika Heupel
Mit dem Sprecherwechsel endet die einjährige Amtszeit von Prof. Dr. Monika Heupel, Professorin für Internationale und Europäische Politik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. In ihre Amtszeit fielen zahlreiche wichtige Entwicklungen, die zur weiteren Etablierung und Sichtbarkeit der FoKS-Allianz beigetragen haben.
Ein wichtiger Schritt war die erstmalige Vergabe von Anschubfinanzierungen für gemeinsame Forschungsvorhaben innerhalb der Allianz. Damit wurden neue Möglichkeiten geschaffen, die universitätsübergreifende Zusammenarbeit der Fellows zu fördern und interdisziplinäre Forschungsprojekte anzustoßen. Darüber hinaus konnten erste Erfolge bei der Einwerbung von Drittmitteln für gemeinsame Forschungsprojekte erzielt werden. Diese Entwicklungen unterstreichen die zunehmende wissenschaftliche Vernetzung innerhalb der FoKS-Allianz.
Auch institutionell setzte die Allianz ihren Wachstumskurs fort: Mit dem Beitritt der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) im März 2026 und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt im Juli 2026 wuchs FoKS auf insgesamt elf bayerische Mitgliedsuniversitäten an.
Im Februar 2026 fand zudem die zweite FoKS Fellow Assembly in München statt. Sie bot den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Allianz erneut Gelegenheit, sich über aktuelle Forschungsfragen auszutauschen, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln und die Vernetzung innerhalb der bayerischen Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung weiter zu vertiefen.
Im Umfeld der Münchner Sicherheitskonferenz organisierte FoKS darüber hinaus zwei hochkarätig besetzte Diskussionsveranstaltungen. Die Fellow Assembly widmete sich u.a. aktuellen verteidigungspolitischen Herausforderungen. Das internationale Side Event „Defuse it or lose it: How to defuse interdependence without blowing up the Liberal World Order“ brachte Forschende unter anderem von der Georgetown University, der Technischen Universität München, der LMU München und der Universität Bayreuth zusammen. Im Mittelpunkt standen die sicherheitspolitischen Folgen globaler Verflechtungen und die Frage, wie wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten gestaltet werden können, ohne die liberale internationale Ordnung weiter zu destabilisieren.
Zugleich gewann die FoKS-Allianz auch über die Wissenschaft hinaus an Sichtbarkeit. So berichtete der Bayerische Rundfunk über die Allianz und die Bestrebungen der bayerischen Universitäten, ihre Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung stärker zu bündeln.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vertiefung des Austauschs mit der Politik sowie der Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Präsidium der Allianz. Damit wurden wichtige Grundlagen geschaffen, um wissenschaftliche Expertise noch gezielter in gesellschaftliche und sicherheitspolitische Debatten einzubringen.
Die FoKS-Allianz dankt Prof. Dr. Monika Heupel herzlich für ihr großes Engagement, ihre Impulse und die vertrauensvolle Zusammenarbeit während ihrer Amtszeit. Als stellvertretende Sprecherin bleibt sie der Allianz weiterhin eng verbunden und wird ihre Expertise auch künftig in die Arbeit des Wissenschaftlichen Leitungsgremiums einbringen.
Mit Prof. Dr. Marco Bünte an der Spitze des Wissenschaftlichen Leitungsgremiums setzt FoKS diesen Weg fort. Ziel bleibt es, die vielfältigen wissenschaftlichen Perspektiven der mittlerweile elf Mitgliedsuniversitäten zusammenzuführen, gemeinsame Forschung zu stärken und die Allianz als interdisziplinäre Stimme in aktuellen friedens-, konflikt- und sicherheitspolitischen Debatten weiter zu etablieren.