Am 14. und 15. November 2025 fand an der Hochschule für Philosophie München (HFPH) eine gemeinsame Tagung statt, die in enger Kooperation vom Zentrum für Globale Fragen der HfPH und dem Lehrstuhl für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Völkerverständigung mit der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung (FoKS) organisiert wurde.
Die Veranstaltung wurde federführend von Barbara Schellhammer (HFPH, FoKS-Fellow), Heiner Bielefeldt (FAU Erlangen-Nürnberg, FoKS Fellow), Wolfram Stierle (BMZ) und Michael Reder (HFPH, stellv. Sprecher FoKS) initiiert und organisiert. Barbara Schellhammer verantwortete die inhaltliche Gesamtgestaltung der Tagung und führte als Moderatorin durch beide Veranstaltungstage.
Im Mittelpunkt stand die Frage, ob indigene Rechte lediglich eine randständige Besonderheit darstellen – oder ob sie zum Testfall für die Zukunftsfähigkeit internationaler Menschenrechte werden. Damit berührte die Tagung zentrale Themenfelder der FoKS-Forschung, insbesondere im Cluster 2 „Menschenrechte und normative Grundlagen“, aber ebenso im Hinblick auf Sicherheit, Konflikt und Frieden.
FoKS-Beiträge im Rahmen der Tagung
Mehrere Mitglieder der Bayerischen Wissenschaftsallianz wirkten aktiv mit und präsentierten thematische Impulse:
- Heiner Bielefeldt (Fellow FoKS) – Videobotschaft zur Spannung zwischen universellen Menschenrechten und partikularen Rechten
- Barbara Schellhammer (Fellow FoKS) –Moderation, federführende Organisation
- Michael Reder (stellv. Sprecher FoKS) – Beitrag „Indigenes Wissen, Klimawandel und Menschenrechte“
- Monika Heupel (Sprecherin FoKS) – Beitrag „Indigene Rechte in der Debatte um Reparationen für Kolonialverbrechen“
Die Beiträge machten deutlich, dass indigene Rechte nicht nur Fragen kultureller Anerkennung betreffen, sondern auch Aspekte globaler Sicherheit, der Konflikttransformation und der menschenrechtlichen Grundsatzfragen.
Sprecherin von FoKS begrüßt die Tagungsgäste
Stellv. Sprecher FoKS bei seinem Impuls
Abendveranstaltung: Polyphone Keynote
Ein besonderer Höhepunkt war die öffentliche Abendveranstaltung mit einer polyphonen Keynote von Volker von Bremen, Barbara Schellhammer und Michael Reder. Daran schloss sich eine von Wolfram Stierle (BMZ) moderierte Podiumsdiskussion an, in der die Rechte indigener Völker im Horizont menschenrechtlicher Fragestellungen im Mittelpunkt standen.
Relevanz für FoKS: Menschenrechte, Sicherheit und Frieden
Die Tagung zeigte eindrucksvoll, wie stark die Debatte um indigene Rechte mit den Kernbereichen der Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung verknüpft ist:
- Menschenrechte (Cluster 2): Indigene Rechte als Lackmustest für normative Grundlagen und universelle Geltung.
- Sicherheit: Bedeutung indigener Perspektiven im Kontext von Ressourcenfragen, Klimakrisen, politischer Selbstbestimmung und Konflikten.
- Konflikt und Frieden: Rolle historischer Gerechtigkeit, Reparationen und kultureller Anerkennung für nachhaltige Friedensprozesse.
Durch die enge Kooperation zwischen der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung, dem Zentrum für Globale Fragen der HfPH und dem Lehrstuhl für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Völkerverständigung konnte die Tagung zentrale Perspektiven zu Menschenrechten, Sicherheit, Konflikt und Frieden zusammenführen und die Bedeutung indigener Rechte für diese Bereiche klar herausarbeiten.